Filmprojekt: Was ist ein FSJ?

 

FSJ-Trickfilm

„Ich werde mich gerne an mein FSJ zurück erinnern, weil sich die Arbeit mit den Kindern immer gelohnt hat. Je mehr Mühe man sich gibt und je mehr Energie man in die Sache gesteckt hat, umso mehr Anerkennung und Freude hat man dafür bekommen.“

„Die Seminare sind sehr lehrreich sind und haben mir in viele verschiedene Berufen im sozialen Bereich einen Einblick ermöglicht. Sie machten viel Spaß und es gab viele interessante Themen.“

„Ein besonderes Erlebnis in meinem FSJ war und ist die Offenheit und Liebenswürdigkeit der Kinder im Behindertenkindergarten, in dem ich seit 8 Monaten arbeite. […] Mit ihnen zu arbeiten, zu spielen und zu lachen, sind die schönsten Erlebnisse in meinem FSJ.“

„In meinem FSJ habe ich mich dahingehend weiterentwickelt, dass ich durch das neue Umfeld und die neuen Leute offener und selbstbewusster auftreten musste […] Dadurch bin ich insgesamt noch unabhängiger, reifer und selbstbewusster geworden.“

„Ich werde mich gern an mein FSJ zurück erinnern, weil es eine wertvolle Erfahrung für mich war. Etwas für andere Menschen zu tun, ein Jahr meines Lebens zu nutzen um anderen zu helfen, hat mir sehr viel zurückgegeben. Es ist ein gutes Gefühl morgens aufzustehen und zu wissen, dass das, was man tut, einen Sinn hat und man nicht nur einen persönlichen Nutzen daraus zieht.“

„Ich werde mich gern an mein FSJ zurück erinnern, weil es mir einen guten Start in Berufsleben ermöglicht hat und es mir die Chance geboten hat, auch an mir selbst zu arbeiten und über mich selbst hinauszuwachsen. […] Das FSJ war tatsächlich eine Bereicherung für mich und ich würde mich nicht scheuen es noch einmal zu absolvieren. Nein ich bereue nichts!“

„Ich bin froh, dass ich es gemacht habe und würde es jederzeit wieder tun. Danke FSJ!“

 

Till Liedtke, FSJ-ler aus Leidenschaft

Name: Till Liedtke

Alter: 19 Jahre

Wohnort: Altheim

Abschluss: 2014 Abitur in Blieskastel

Nach dem Abitur nutzte Till die Zeit, um sich klar darüber zu werden, welcher Beruf am besten zu ihm passt. Vielleicht später mal was mit behinderten Menschen machen oder ganz grob die Richtung sozialer Bereich einschlagen? „Als ich Abitur gemacht habe, war ich einer der Jüngsten in der Klasse“, so Till, „ich finde das gerade jetzt ein gutes Alter ist, um vor dem Studium noch was anderes auszuprobieren.“ Da seine Mutter als Heilerziehungspflegerin im „Haus Sonne“ arbeitet, bot es sich für ihn an, dort für ein Freiwilliges Soziales Jahr „einzuchecken“. Nun erlebt er dort seine ganz eigene „Orientierungsphase“ zwischen Küchenarbeiten und Mittagsbetreuung.

Aufs FSJ aufmerksam wurde der junge Mann durch Freunde, die ebenfalls ein solches Jahr absolviert hatten. Nicht irgendwas wollte Till machen, sondern was Sinnvolles. Und nicht irgendwo, sondern organisiert vom Paritätischen. Denn alle Leute, mit denen er sich austauschte, waren mit dessen Angebot mehr als zufrieden, was Till heute selbst so unterschreiben kann. „Da wurden uns im Rahmen des FSJ spannende Seminare in verschiedenen Städten in Rheinland-Pfalz und im Saarland angeboten. Wir lernten Blindenfußball kennen und haben Rollstuhlbasketball gespielt. Es gab Vorträge zur Hundetherapie und über Amokläufe an Schulen. Wir haben Selbsterfahrungen gemacht, Besuche im Drogenhilfezentrum, in sozialen Einrichtungen und dort gesehen, was es alles für Tätigkeitsfelder in sozialen Bereichen gibt“, zählt Till, noch längst nicht vollständig, allerlei Aktivitäten auf, „das war ziemlich breit gefächert und ich habe dadurch viel lernen können.“

Schon länger hatte sich der 19-Jährige vorstellen können, mit Behinderten zu arbeiten, doch erst das FSJ gab ihm die Möglichkeit, in einem solchen Bereich Verantwortung zu übernehmen. Er selbst hat an sich festgestellt, dass er durch diese Arbeit gelernt hat, anders auf Menschen zuzugehen und auch gelassener mit Stresssituationen umzugehen. Viele Dinge würde er heute anders sehen und er hat „viel über Authentizität und Bescheidenheit gelernt“.

Und was macht der junge Mann im „Haus Sonne“ im FSJ? Er bereichert die Küchenwerkstatt. Dort wurde gerade jemand gebraucht und Till „war nicht abgeneigt“. Als Küchenhilfe lernte selbst der Abiturient noch dazu, denn hier wurde Gemüse geschnippelt, von dem er noch nicht mal den Namen wusste. Aber Sellerie und Fenchel sind ihm nicht mehr fremd und „ich lernte einiges über Gemüse, was ich bis dahin noch nicht wusste“. Er ist sich für nichts zu schade, macht alles, was ansteht. Und genau das macht die Arbeit so interessant. Kein Tag ist wie der andere. Nach dem Morgenkreis, bei dem mit einem Lied und Versen auf den Tag eingestimmt wird, macht sich Till auf den Weg zum Kinderhaus, wo er mit der Werkstattleiterin und behinderten Menschen das Essen für die kleinen Bewohner vorbereitet, die Mittagsbetreuung übernimmt und später beim Abwasch hilft.

Nun ist das Jahr fast um und es ist für Till „noch besser verlaufen, als ich mir das zu Beginn vorgestellt habe“. Ihm gefiel vor allem, dass er vom ersten Tag an viel Verantwortung übertragen bekam und die Mitarbeiter ihm als FSJ-ler vertraut und viel zugetraut haben. „Ich habe vor allem von den Kollegen viel Anerkennung erfahren“, sagt er und man sieht ihm beim Besuch in der Küchenwerkstatt, in der gearbeitet, aber auch viel gelacht wird, die Zufriedenheit an. Punkten konnte er wohl auch damit, dass er Eigeninitiative ergriff und ihm keiner sagen musste, was zu tun ist. Ihm wird der Abschied schwer fallen. Er kennt die Wünsche, Sehnsüchte und Vorlieben der neun Betreuten, was sich aber nicht nur aufs Essen bezieht. Und was haben die Bewohner des Kinderhauses am liebsten auf ihrem Teller? „Alle sind Nudelfans und auch Ofenkartoffeln mit Quark mögen fast alle“, weiß Till mittlerweile.

Selbst im „Haus Sonne“ ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. „Wenn mal jemand am Rad dreht und dann Sachen durch die Gegend fliegen, ist es manchmal ganz schön schwierig, ruhig zu bleiben“, sagt Till zu Situationen, die er eher als Herausforderung, denn als Problem begreift. Sicher sind es auch solche Momente, die dazu beitrugen, dass das FSJ zu seiner Charakterfestigung beigetragen hat. Und auch jene, in denen ihm die Betreuten indirekt sagen, dass sie ihn mögen. „Ich war eine Zeit lang erst bei Seminaren und dann im Urlaub“, erinnert er sich, „da hat ein Betreuer eine SMS geschickt, in der er schrieb, dass Markus mich vermisst.“ Ein schöneres Lob für die geleistete Arbeit kann es wohl kaum geben.

Würde er das FSJ beim Paritätischen auch seinen Kumpels empfehlen?

„Auf jeden Fall. Ich bin mit der Arbeit in der Einrichtung sehr zufrieden, sie macht Spaß und ich habe hier eine gute Zeit.“ Selbst ein Freund, der sein FSJ nicht beim Paritätischen leistete und unzufrieden war, arbeitet mittlerweile im gleichen Haus und hat nun „den gleichen Spaß an der Arbeit wie ich“.

Und stürzt sich Till nun ins Studium der Sozialpädagogik?

„Da haben sich mehrere Varianten aufgetan. Mich würde schon ein Studium der Sozialpädagogik interessieren, könnte mir aber auch Politikwissenschaft oder Sozialökonomie vorstellen.“

Zum Überlegen bleibt ihm noch etwas Zeit, denn nach dem FSJ geht es im Herbst erstmal für mehrere Monate auf große Reise nach Neuseeland. Wahrscheinlich wird ihn neben einem Freund seine Gitarre begleiten, denn in seiner Freizeit macht er Musik, im Duo und auch in einer Band. Und wie in solch einer Musikgruppe ist es auch im FSJ durchaus von Vorteil, ein Teamplayer zu sein.

Georg Mayer kann sich die Arbeit ohne Freiwillige nicht mehr vorstellen

Und was sagt Einrichtungsleiter Georg Mayer, seit 30 Jahren im „Haus Sonne“ beschäftigt, zur Arbeit der Freiwilligen?

„Solange ich denken kann, hatten wir Zivis oder FSJ-ler und die waren immer eine Bereicherung.“ Und das hatte, neben der abgenommenen Arbeit, für ihn auch andere Vorteile, denn „ich war immer von jungen Leuten umgeben“. Das findet er super. Und nicht nur er. Denn auch für die Bewohner, deren Tagesablauf immer ähnlich ist, bedeutet die junge Generation der FSJ-ler eine schöne Abwechslung. Und den nötigen Schwung bringen die jungen Leute gleich mit. Aber auch Praktikanten oder Mitarbeiter, die ihren Bundesfreiwilligendienst leisten, finden ihren Weg in den schönen Bliesgau. Die Mischung macht's. Ähnlich wie unser FSJ-ler Till findet es Mayer sinnvoll und „angenehm, dass unterstützende Seminare angeboten werden“. So köcheln die Freiwilligen nicht im eigenen Saft, sondern können sich austauschen und haben eine Möglichkeit der Reflexion, was die Einrichtung selbst so gar nicht bieten könnte.

Jedes Jahr gibt es im „Haus Sonne“ zwei Handvoll Freiwillige, von denen Till einer ist, dem sein „Chef“ eine „super Haltung, großes Engagement und Interesse an der Arbeit“ attestiert.

Gerade die Tätigkeit der FSJ-ler hat in Walsheim einen hohen Stellenwert und man mag sich dort gar nicht ausmalen, wie es ohne sie wäre. „Aber das beruht auf Gegenseitigkeit, wir haben denselben Stellenwert bei unseren Freiwilligen“, weiß Mayer. Er sieht sein Haus mit allen Mitarbeitern und „Externen“, die temporär das Haus bereichern, in einer guten Balance. Und das kommt nicht zuletzt den Bewohnern, ob Groß oder Klein, zugute.